Kategorie: Stuttgart 21

  • 150ste Montagsdemo – Rede von Volker Lösch

    36 Skandale, die sich in 360 Tagen zugetragen haben, in 3,6 Minuten vorgetragen

    im Video, ab Minute 4:45

  • Angriff mit System

    Am Donnerstag Abend war ich auf einer überaus interessanten Veranstaltung der Reihe Angriff mit System. Diese von Verdi-Aktiven initiierten Veranstaltungsreihe, die sich mit dem Phänomen Repression, also der Unterdrückung von politischen Bewegungen beschäftigt möchte dieses Thema ins Licht der Öffentlichkeit rücken.

    Zitat der Angriff Mit System Seite:

    Auch wenn in Deutschland viele Grundrechte wie Versammlungsfreiheit, Koalitionsfreiheit oder die freie Wahl des Aufenthaltsortes (Freizügigkeit) auf dem Papier für alle gelten, sieht die Realität oft anders aus. So müssen immer mehr Menschen und ganze Personengruppen die Erfahrung machen, dass Behörden oder Unternehmen repressiv gegen sie vorgehen. Dabei kann die Art der Repression völlig unterschiedlich aussehen: Sie reicht von den alltäglichen Sanktionen gegen Erwerbslose bis hin zu rabiaten Polizeieinsätzen wie am sogenannten „Schwarzen Donnerstag“ der S21-Bewegung. Aktive Betriebsräte und Gewerkschaftsaktivisten müssen sich gegen schwere Angriffe zur Wehr setzen, unternehmernahe Anwälte haben sich mittlerweile auf das Vorgehen gegen Betriebs- und Vertrauensleute spezialisiert. Flüchtlinge werden durch die Residenzpflicht selbst in ihrer Bewegungsfreiheit massiv eingeschränkt, Selbstorganisation und politische Betätigung wird von den Behörden bekämpft und behindert.

    Leute aus dem S21 Widerstand, der Stuttgarter Antifa, dem Stuttgarter Bündnis für Versammlungsfreiheit, sowie der Demosanitäter berichteten über Ihre Erfahrungen mit der teils gewaltsamen, teils juristischen Unterdrückung politischen Protests und versuchen Handlungsperspektiven aufzuzeigen.

    Die Veranstaltung war mit etwa 100 Teilnehmer gut besucht, eine Videoaufzeichnung dieser Veranstaltung ist via Youtube abrufbar:

    Am 28.11. findet die letzte Veranstaltung dieser Reihe im DGB Gewerkschaftshaus in Stuttgart statt.

     

    Update, 26.11.2012: Redebeiträge zum Versammlungsrecht findet man in Textform auf der Website von Thomas Trüten.

    Der Redebeitrag von Julia Von Staden ist unter BlogNau zugreifbar.

  • Schlossgartenräumung

    Nun ist es also passiert, der mittlere Schlossgarten war einmal. Herr Kretschmann hat S21 „Kritisch Konstruktiv“ begleitet:

    Was man damit erreicht hat ist hier recht gut illustriert: Vorher-Nachher

    Das Resultat ist eine Brache, die für die Umsetzung eines Teils des Projektes gebraucht wird (Nesenbachdüker) der bislang immer noch keine Firma gefunden hat, die ihn umsetzen möchte und kann.Auch daß der Auftrag für das Technikgebäude, welches auf dem Gelände gebaut werden sollte, auf dem der Nordflügel stand von der mit der umsetzung beauftragten Firma Wolf&Müller wieder „zurückgegeben“ wurde und damit neu ausgeschrieben wurde macht nachdenklich.

    Wie auch immer..

    Ich war am 13.02. und 14.02. im Park und habe mir dessen Räumung mit angesehen Zwischen 16 und 22 Uhr, sowie ab etwa 4 Uhr früh habe ich vor Ort Fotografiert. Ich habe leider  die erste Stunde, in der die Polizei unter Schlagtockeinsatz in den Park vorgedrungen ist nicht mit ansehen können – dies wurde anderweitig dokumentiert, wie beispielsweise in diesem Video von Alvar Freude .

    Was ich als ich vor Ort war sehen konnte waren lange Polizeiketten, die sich etwas später in Bewegung setzten und zentimeter für Zentimeter die Demonstranten abdrängten, während Schneeregen in dicken Flocken vom Himmel fiel.

    Nur vereinzelt blieben Leute am Boden sitzen, die meisten ließen sich von der Polizeikette ohne größeren Widerstand weiterschieben. Diejenigen, die sitzen blieben wurden weggetragen oder weggeführt.

    Die letzten, die gegen 7:30 noch im Park waren, waren 2 leute, die sich einbettoniert hatten, sowie Aktivisten von Robin Wood, die sich auf Baumhäusern veschanzt hatten und die Polizei noch bis zum Nachmittag des 14. Februar beschäftigten.

    Wenige Tage später sieht man nur noch eine matschige Schneise, wo kurz zuvor noch die Bäume und das bunte Zeltdorf standen.

    Warum dieses (wenn auch „illegale“) Camp in Stuttgart derart argwohn auf sich gezogen hat, kann ich nicht nachvollziehen.

    Hier ein paar Bilder zur Räumung:

     

  • Schlossgarten Ade…

    Mit dem Jahreswechsel heißt es nicht nur Abschied nehmen vom Jahr 2011, sondern auch von größeren Teilen des Stuttgarter Schlossgartens.

    Der Schlossgarten war ein Geschenk von Königin Katharina und König Willhelm an das Stuttgarter Volk. Genau diesem soll nun verboten werden ihr Geschenk zu betreten: Die Landeshauptstadt Stuttgart verhängt eine Allgemeinverfügung,  die es den Bürgern auf praktisch der ganzen Fläche des mittleren Schlossgartens untersagt diese zu betreten. Die Bürger  „…haben diesen Bereich spätestens ab Beginn/Bekanntgabe der Einsatzmaßnahmen der Polizei im Mittleren Schloßgarten unverzüglich zu verlassen.“

    Da die Parkzelte bis zum 12.01. um 08 Uhr geräumt sein müssen, ist davon auszugehen dass bald danach die Einzäunung beginnen, und daraufhin mit der Abholzung der Bäume begonnen wird.

    Um diese Sperrzone zu betreten oder sich dort aufhalten zu dürfen, muss man „besonders berechtigt“ sein:

    „Als besonders berechtigt gelten insbesondere die Einsatzkräfte der Polizei, die
    Einsatzkräfte der Rettungsdienste und der Feuerwehr sowie beauftragte
    Mitarbeiter der Deutschen Bahn AG und der von ihr mit den Bauarbeiten oder der
    Sicherung des Baugeländes beauftragten Firmen. Als besonders berechtigt
    gelten außerdem die beauftragten Mitarbeiter des Landes Baden-Württemberg
    oder der von den zuständigen Landesbehörden beauftragten Firmen. Die
    Berechtigung ist bei Kontrollen nachzuweisen.“

    Von Pressevertreten ist in der Allgemeinverfügung nichts zu lesen. Soll hier ein berichterstattungsfreier Raum geschaffen werden?

    Man stelle sich vor, Parkschützer ketten sich an Bäume und werden polizeilich geräumt: Wenn das was in der Verfügung steht exakt eingehalten wird, würden auch Presseleute oder freie Berichterstatter wie Cams21 oder die Stuttgarter Demobeobachter AG vom Geschehen entfernt werden.

    Übrigens: Andre Dietenberger hat in seinem Blog-Eintrag vom 22.12. das Szenario recht gut zusammengefasst, mitsamt der Karten und weiteren Hintergrundinformationen. Dem ist von meiner Seite nichts hinzuzufügen!

    Update: Diese Infoseite der Parkschützer gibt ebenfalls eine Menge an Hintergrundinformationen zur anstehenden Parkbaustelle.

     

     

  • Ja zum Ausstieg

    Morgen in einer Woche findet die Volksabstimmung zum Ausstieg aus der Finanzierung des Immobilienprojekts Bahnprojekts „Stuttgart 21“ statt.

    Gegenwärtig wird unter anderem mit dem Spruch „1,5 Milliarden für den Ausstieg verschwenden ? Ich bin doch nicht blöd!“ geworben gegen den Ausstieg zu stimmen.

    Was auf diesem Plakat steht ist jedoch genauso provokant wie falsch:

    Neben der Tatsache, dass Media Markt gegenwärtig rechtliche Schritte gegen den Spruchklau prüft und dieses Plakat, wie Alvar Freude richtig bemerkt hat gewisse Ähnlichkeiten mit Plakaten der NPD hat so ist das Argument mit den Ausstiegskosten in etwas über einer Minute widerlegen:

    Wer es genau wissen will sollte sich dieses Dokument der Märkischen Revision ansehen – die Gesamtsumme des Ausstiegs beläuft sich auf voraussichtlich 350 Millionen .

    Stuttgart 21 bringt entgegen der massiv beworbenen Darstellung wenig Vorteile für Bahnfahrer, etliche Nachteile für Ausfallsicherheit und SBahn-Anbindung und verschlingt neben einer Summe von voraussichtlich deutlich mehr als 4,5 Milliarden Euro auch große Teile des Jahrhunderte alten Stuttgarter Schlossgartens.

    Gegen die von der Bahn angeblich so gut bestandene Schlichtung gab es schon während der Schlichtung erhebliche Zweifel – seit ein paar Tagen werden diese gesammelt unter https://wikireal.org/wiki/Stuttgart_21/Stresstest veröffentlicht.

    Letztendlich hilft – wie auch sonst nur sich selbst ein Bild zu machen und nicht blind auf Wahlplakete zu vertrauen.

     

    Wie ihr auch zum Projekt steht – geht abstimmen!

  • Versammlungsrecht – Kurzvorstellung des Stuttgarter Bündnis für Versammlungsfreiheit

    Laut Wikipedia regelt das Versammlungsrecht die Versammlungsfreiheit. Diese ist ein durch §8 Grundgesetz garantiertes Recht:

    (1) Alle Deutschen haben das Recht, sich ohne Anmeldung oder Erlaubnis friedlich und ohne Waffen zu versammeln.
    (2) Für Versammlungen unter freiem Himmel kann dieses Recht durch Gesetz oder auf Grund eines Gesetzes beschränkt werden.
    Diese Formulierung ist äußerst allgemein gehalten und werden durch  Gesetze und Vorschriften (z.B. von Seiten des Ordnungsamts) dieses genauer geregelt.
    Es gibt durchaus berechtigte Kritik an den derzeit bestehenden Regelungen, da diese das Versammlungsrecht in einer Weise einschränken dass in manchen Bereichen der Schluss nahe liegt diese Regelungen seien eher erdacht um Versammlungen zu verhindern als diese zu schützen.
    Zu diesem Thema gab es – neben einigen anderen („10 Minuten Takt. Stuttgarter Initiativen stellen sich vor“) einen Kurzvortrag im Württembergischen Kunstverein, bei dem ich anwesend war und diesen aufgenommen habe.

    Gerade (aber natürlich nicht nur) in Stuttgart hat dieses Thema durch das Projekt Stuttgart21 relevanz für alle, die sich auf Demonstrationen begeben.
    Ergänzende Informationen zum Bündnis finden sich auf https://versammlungsrecht.info – den Wortlaut des Vortrags findet sich hier.
  • Baumhausräumung

    Na super, Polizist schlägt Frau ins Gesicht – sieht man ab Sekunde 5… Übertriebene Aktion mit einem SEK das Baumhaus zu räumen.
    Offenbar lässt sich bislang der Einsatz nicht schlüssig begründen (Grünflächenverordnung?)…

    Stuttgart 21

    Zeichen stehen auf Konfrontation

    Stuttgart 21 - Zeichen stehen auf Konfrontation
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